{"id":55674,"date":"2021-03-22T00:58:45","date_gmt":"2021-03-21T22:58:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docuteam.ch\/swiss-the-who-archive-setzt-neu-auf-atom\/"},"modified":"2025-02-18T16:06:00","modified_gmt":"2025-02-18T14:06:00","slug":"swiss-the-who-archive-setzt-neu-auf-atom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.docuteam.ch\/en\/swiss-the-who-archive-setzt-neu-auf-atom\/","title":{"rendered":"Swiss The Who Archive setzt neu auf AtoM"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"blog-single-media-img wpex-align-middle\" src=\"https:\/\/www.docuteam.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/wetzikon-5.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\" \/><\/p>\n<p>Das private Archiv eines docuteam-Mitarbeiters \u00fcber die Band &#8220;The Who&#8221; wurde digitalisiert und mit dem Archivinformationssystem AtoM auf <a href=\"https:\/\/www.who.int\/countries\/che\">thewho.ch<\/a> publiziert. Wie es dazu kam und was die H\u00fcrden bei der Umsetzung waren, erz\u00e4hlt Roger Rutishauser in folgendem Blog-Beitrag.<\/p>\n<h2>Who?<\/h2>\n<p>Als ich im Alter von etwa 12 Jahren das erste mal &#8220;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/R3v6dGjWthg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Live at Leeds<\/a>&#8221; von meinem Vater vorgespielt bekam, wusste ich noch nicht, dass dies einer der Schl\u00fcsselmomente in meinem Leben ist. Ich konnte nicht glauben, was da von dieser runden braunen Scheibe \u00fcber die Hi-Fi-Anlage auf mich los dr\u00f6hnte. Diese geballte Ladung an Energie, diese Virtuosit\u00e4t und diese starken Songs &#8211; so etwas hatte ich vorher noch nie geh\u00f6rt. Ich brauchte ein paar Monate, um das einordnen zu k\u00f6nnen, war doch mein musikalischer Horizont bislang nur auf Erste Allgemeine Verunsicherung, Elvis, Jerry Lee Lewis, und was um 1990 halt so im Radio lief beschr\u00e4nkt. Doch dann liess mich das Who-Virus nie mehr los.<\/p>\n<p>1963 gegr\u00fcndet, z\u00e4hlten sie mit ihrem Sound, der sich wie ihre Zeitgenossen Kinks und Rolling Stones stark am amerikanischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rhythm_and_Blues#1960er_Jahre\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rhythm&#8217;n&#8217;Blues<\/a> orientierte, sowie mit ihrem Erscheinungsbild in Form von Pop-Art Klamotten und zur Schau gestellter Coolness, rasch zu den Lieblingen der Londoner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mod_(Subkultur)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mod<\/a>-Szene. Die Songtexte, die \u00fcber die damals g\u00e4ngigen Themen von Liebe und Herzschmerz hinausgingen, handelten von den Frustrationen und \u00c4ngsten beim Heranwachsen als Teenager und vom Anderssein. Die Liveauftritte waren spektakul\u00e4r und aufregender als alles bisher je auf Rock&#8217;n&#8217;Roll B\u00fchnen Dargebotene &#8211; Der Schlagzeuger <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keith_Moon\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Keith Moon<\/a> spielte wilder als &#8220;Animal&#8221; bei den Muppets, S\u00e4nger <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Roger_Daltrey\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Roger Daltrey<\/a> der sich in den 70s den Status eines &#8220;Rock-Gottes&#8221; mit Led Zeppelin&#8217;s Robert Plant teilte, schwang sein Mikrofon wie ein Lasso, und Hauptsongwriter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pete_Townshend\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pete Townshend<\/a> bearbeitete seine Gitarre mit grossen Posen, windm\u00fchlenartig, w\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Entwistle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">John Entwistle<\/a> sich ein Konzert lang kaum bewegte, daf\u00fcr aber seinem Spitznamen &#8220;Thunderfingers&#8221; gerecht wurde. Das von The Who, insbesondere Townshend und Moon &#8220;erfundene&#8221; Zertr\u00fcmmern der Instrumente am Ende der Show sowie die ganze B\u00fchnen-Theatralik soll jedoch nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die Musiker absolute Meister ihres Fachs waren. Nicht umsonst erscheinen Entwistle und Moon regelm\u00e4ssig bei Umfragen unter den <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20110930020727\/http:\/\/www.johnentwistle.com\/images\/bass2kscans.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Top-10 der besten Bassisten<\/a> respektive <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.com\/music\/music-lists\/100-greatest-drummers-of-all-time-77933\/keith-moon-2-145194\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Drummer aller Zeiten<\/a>. Im Gegensatz zu vielen ihrer Mitstreiter der 60er Jahre \u00fcberlebten The Who den Umbruch in der Rock und Popmusik, der mit dem Summer of Love und dem Aufkommen &#8220;h\u00e4rterer&#8221; Musik einherging. 1969 wurden sie endg\u00fcltig zu Superstars mit der Ver\u00f6ffentlichung ihres Doppel-Albums &#8220;Tommy&#8221;, eines der ersten Konzeptalben (auch: Rock-Oper). Im Verlauf der 70er Jahre behielten Sie ihren Status als beste Live-Rock Band der Welt und ver\u00f6ffentlichten weitere bahnbrechende Alben wie zum Beispiel &#8220;Who&#8217;s Next&#8221;.<\/p>\n<h2>My Generation<\/h2>\n<p>F\u00fcr mich waren Songs wie &#8220;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_5WJWfOoi-k\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">My Generation<\/a>&#8221; und &#8220;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eswQl-hcvU0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Substitute<\/a>&#8221; Teil des Soundtracks meiner Teenager-Jahre, &#8220;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=H2h1MY70uag&amp;list=PL705A234F43DA0E34&amp;index=2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quadrophenia<\/a>&#8221; liess mich mit der Mod-Kultur lieb\u00e4ugeln, Alben wie &#8220;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/vfgxrOKxyL0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tommy<\/a>&#8221; bescherten mir transzendente Momente, der Film &#8220;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Kids_Are_Alright_(film)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Kids Are Alright<\/a>&#8220;, benannt nach dem gleichnamigen Song, ist immer noch etwas vom aufregendsten, was es an Musik-Dokumentationsfilmen gibt, und als Limp Bizkit &#8220;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/dMrImMedYRo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Behind Blue Eyes<\/a>&#8221; coverten, hatte ich, gelinde gesagt, nur ein m\u00fcdes L\u00e4cheln daf\u00fcr \u00fcbrig. Meine Euphorie f\u00fcr die Band sorgte daf\u00fcr, dass ich bereits Ende der 1990er Jahre eine &#8220;The Who Schweiz&#8221; Website erstellte (thewho.ch). Ich versuchte, als &#8220;Schweizer The Who Fanclub&#8221; eine kleine Community aufzubauen. Das Internet war noch relativ neu und ich freute mich, \u00fcber die Website neue Bekanntschaften mit anderen Who-Fans zu machen. Einer davon war Alex Kipfer und mit ihm hatte ich den Lotto-Sechser gezogen. Er verfolgte die Band seit 1967 und war wohl der Einzige, der noch enthusiastischer von The Who reden konnte als ich. Tats\u00e4chlich hatte er auch so einiges zu berichten, von all den Konzerten, die er bereits besucht hatte, oder von seinem Kontakt zu Pete Townshend.<\/p>\n<h2>Sharing is caring<\/h2>\n<p>Das Grossartigste aber war, dass er \u00fcber die Jahre alles gesammelt hatte, was irgendwie im Zusammenhang mit &#8220;The Who&#8221; stand. Ordnerweise Artikel aus Zeitungen und Zeitschriften, Who-Fanclub-Publikationen, offizielles Pressematerial, Fotos, Poster und so weiter. Damit nicht genug &#8211; bei vielen Konzerten hatte er selbst die Kamera in der Hand und schoss vor, neben und hinter der B\u00fchne oder gar im Hotel einzigartige Bilder. Wir waren schnell der Meinung, dass dieser Bestand mit anderen Fans geteilt werden muss. Ich f\u00fchlte und f\u00fchle mich noch immer verpflichtet, diesen Schatz f\u00fcr jeden Who-Fan zug\u00e4nglich zu machen. Nach 3-4 selbst organisierten Who-Fanclub-Treffen, wo wir viele der Akten zur Ansicht ausstellten, kam ich auf die Idee, das Material zu digitalisieren, um es a) der Nachwelt zu erhalten und b) prinzipiell f\u00fcr jede(n) \u00fcber das Internet jederzeit abrufbar zu machen. Mir war damals schon bewusst, was das f\u00fcr einen Aufwand bedeutet, doch ich begann einfach damit, gleichsam als Hobby. Ich hatte keinen Zeitdruck und es war mir egal, wenn ich Jahre daf\u00fcr brauchen sollte.<\/p>\n<p>Schon bald stellte ich die ersten Scans online. In einer ersten Version des Online-Archivs pflegte ich die Bilder noch einzeln von Hand im HTML-Baum ein. Irgendwann baute ich mir schnell ein kleines CMS mit PHP und AJAX, das meinen Bed\u00fcrfnissen entsprach. So konnte ich per Drag &amp; Drop Fotos hochladen, wobei mir auch ein Thumbnail generiert wurde. Anschliessend vergab ich in einem Formular einige wenige Metadaten wie Titel und Schlagwort(e), welche in einer Datenbank gespeichert wurden, was bei der wachsenden Anzahl Fotos zusehends n\u00f6tig wurde, um eine gewisse Struktur zu gew\u00e4hrleisten. Das Ganze war aber eine Bastelei und m\u00fchsam zu administrieren.<\/p>\n<p>Und wie das so zu sein pflegt bei derartigen privaten Mammutprojekten, so ist man nicht immer mit derselben Energie und Begeisterung dabei. Nach dem letzten grossen Update ca. im Jahr 2015 habe ich das &#8220;Swiss The Who Archive&#8221;, wie ich es inzwischen nannte, nicht mehr aktualisiert oder verbessert. Zur Vernachl\u00e4ssigung hat in grossem Masse beigetragen, dass ich nie wirklich mit dem Resultat zufrieden war, sowohl was die Pr\u00e4sentation und die Retrieval-Funktionen f\u00fcr den Website-Besucher, als auch was das Backend f\u00fcr mich als Administrator betraf.<\/p>\n<p>Meine Anforderungen waren einfach:<\/p>\n<ul>\n<li>Bei damals immerhin schon 800+ digitalen Objekten muss der Besucher die Bildauswahl vern\u00fcnftig einschr\u00e4nken k\u00f6nnen. Ein &#8220;Einfach mal durch das Archiv klicken&#8221; h\u00e4tte einen halben Tag Maus bedienen bedeutet und Gicht w\u00e4re die Folge gewesen.<\/li>\n<li>Einfache Zugriffsverwaltung &#8211; es soll m\u00f6glich sein, gewisse hochaufl\u00f6senden Bilder nur einem eingeschr\u00e4nkten Benutzerkreis anzuzeigen.<\/li>\n<li>Bequeme Administration der Metadaten.<\/li>\n<li>Unkomplizierte Bulk-Imports.<\/li>\n<li>Vererbung in der Taxonomie.<\/li>\n<li>Separate Taxonomie f\u00fcr Personen und Sachbegriffe.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Problem war, dass ich keine Software-L\u00f6sung kannte, die mir meine W\u00fcnsche mehr oder weniger erf\u00fcllen konnte. Und um selbst ein solch anspruchsvolles CMS zu bauen, hatte ich keine Zeit und Lust, und auch das Know-How h\u00e4tte mir in vielen Bereichen wohl auch gefehlt. Gl\u00fccklicherweise lernte ich bei meinem neuen Arbeitsgeber docuteam <a href=\"https:\/\/www.accesstomemory.org\/en\/docs\/2.6\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AtoM<\/a> (Akronym f\u00fcr &#8220;Access to Memory&#8221;) kennen, eine webbasierte Open-Source-Anwendung zur standardbasierten Beschreibung von Archiven und Archivalien. Nachdem ich knapp ein Jahr lang mit der Applikation eher vom technischen Aspekt her zu tun hatte (Installationen, Plugins, Themes erstellen, Anbindung ans Langzeitarchiv etc.), wollte ich auch meine Anwenderkenntnisse vertiefen. Und weil mir sowas in der Regel am Besten mit konkreten Anwendungsf\u00e4llen gelingt, war es im Januar 2021 eigentlich klar: Mein Who-Archiv muss auf einer AtoM-Instanz laufen!<\/p>\n<h2>Neustart 2021 mit AtoM<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.accesstomemory.org\/en\/docs\/2.6\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AtoM<\/a> l\u00e4uft unter Linux, vorzugsweise Ubuntu. Ich hatte bereits einen vServer mit Ubuntu bei einem Hosting-Provider, denn mir ist wichtig, dass ich \u00fcber Root-Rechte verf\u00fcge, und die braucht man definitiv, wenn man AtoM installieren will. Da ich noch ein weiteres privates digitales Archiv plane, habe ich AtoM 2x installiert, unter Verwendung zweier unabh\u00e4ngigen Worker und Such-Indizes. Nach Anpassungen am Webserver (nginx) war die neue AtoM-Instanz wieder auf thewho.ch erreichbar, jedoch vorl\u00e4ufig bis zur Ver\u00f6ffentlichung mit einer HTTP-Basic-Authentication gesch\u00fctzt. Die alte Who-Website behielt ich noch unter einer gesonderten Subdomain, f\u00fcr denn Fall, dass ich was nachschauen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Dann begann die grosse Arbeit der Datenmigration. Mittels SQL-Queries liess ich mir eine CSV-Liste generieren, die alle Dateinamen (Bilder\/Dokumente) inklusive der verwendeten Schlagworte auflistet. Wie bereits erw\u00e4hnt, sind alle Ebenen der Schlagwort-Hierarchie abgebildet. Beispiel: PUBLICATION &gt; MAGAZINE &gt; MELODY MAKER. Somit musste ich eine erste Bereinigung machen, indem ich PUBLICATION und MAGAZINE l\u00f6schte. Aber nur, wenn ein Dokument \u00fcber eine weitere Stufe verf\u00fcgt! Wenn einem Dokument nur die Schlagworte PUBLICATION und MAGAZINE zugewiesen waren, weil nicht bekannt ist, aus welchem Magazin genau der Artikel stammt, durfte ich MAGAZINE nicht entfernen, sondern nur PUBLICATION. Deshalb war viel manuelle Arbeit n\u00f6tig. Weitere Informationen, die ich mit-exportierte, war die Breite und H\u00f6he (in Pixel) der Originaldatei. Diese hatte ich in meinem selbstgebastelten CMS abgefragt und in die Datenbank gespeichert. Ich dachte mir, ich k\u00f6nnte diese Info auch gleich in AtoM anzeigen lassen, wenn ich sie schon habe.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes lud ich mir auf der offiziellen AtoM-Website ein Template f\u00fcr den Import von archivischen Beschreibungen im CSV-Format herunter. Dieses begann ich nun mit den Daten meines CSVs zu bef\u00fcllen. Gewisse Spalten musste ich dabei kombinieren (beispielsweise Label &#8220;H\u00f6he&#8221; und &#8220;Breite&#8221; in einer Spalte durch ein &#8220;|&#8221; getrennt, in einer anderen Spalte den Pixel-Wert wiederum mit einem &#8220;|&#8221; getrennt), andere Spalten musste ich neu bef\u00fcllen. Eine davon war die Spalte, in der man den Pfad zu den Dateien angeben muss. Gl\u00fccklicherweise waren die Bilder bereits alle auf demselben Server von der alten Website her. Also musste ich nur \/den\/pfad\/zu\/den\/dateien mit dem Dateinamen kombinieren, et voil\u00e0!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3342 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.docuteam.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Swiss-THE-WHO-Archive-1024x533.png\" alt=\"\" width=\"872\" height=\"454\" \/><\/p>\n<p>Nachdem ich die beiden Hauptbest\u00e4nde manuell in AtoM \u00fcber das GUI erstellt hatte, hat mein erster Importversuch \u00fcber die Kommandozeile tats\u00e4chlich funktioniert. Die Bilder wurden allesamt kopiert, wobei auch gleich die Vorschaubilder (mit selbstgemachtem Wasserzeichen) und Thumbnails generiert wurden. Selbst die Aufnahme in den Suchindex von Elasticsearch verlief automatisch. Es sollten aber noch einige weitere Importversuche folgen, denn bei einigen Metadaten war ich mir nicht ganz im Klaren, ob ich das korrekte ISAD(G) Feld gew\u00e4hlt hatte. Meine Kollegin Penelope Weissman, Archivarin bei docuteam, lieferte mir noch die n\u00f6tigen Erkenntnisse. Eine davon ist, dass Angaben auf Bestandesebene auch f\u00fcr die darunterliegenden Elemente gelten. Es ist beispielsweise nicht n\u00f6tig, das Feld 5.1 &#8220;Existence and location of originals&#8221; in jedem Dokument zu bef\u00fcllen, wenn genau derselbe Inhalt bereits im dar\u00fcberliegenden Unterbestand festgehalten ist. Warum ich dies aber in den meisten F\u00e4llen trotzdem tat ist der, dass mein Website-Publikum haupts\u00e4chlich wohl kaum aus Archivfachleuten bestehen wird (vielleicht durch diesen Blog-Beitrag schon?), die von sich aus in der \u00fcbergeordneten Stufe nach Zusatzinformationen suchen, ISAD(G)-Konformit\u00e4t hin- oder her. Nach wie vor unschl\u00fcssig bin ich, was die Angabe zum Fotografen oder Autor betrifft. Bei docuteam ist daf\u00fcr eigentlich das Feld 2.1 &#8220;Creator&#8221; bestimmt. Nur macht mich folgendes stutzig:<br \/>\nIm Tooltip zur Beschreibung des Feldes steht: &#8220;Die f\u00fcr die Entstehung, Ansammlung und Pflege der Verzeichnungseinheit verantwortlichen Organisationen oder Personen sind zu benennen. [&#8230;]&#8221;. Gleichzeitig ist es bei AtoM so, dass in diesem Feld nur Eintr\u00e4ge aus der Normdatei verwendet werden k\u00f6nnen, Freitext ist nicht m\u00f6glich. Das heisst, ich kann zwar mehrere Namen eintragen, aber nicht &#8211; beispielsweise durch eine Anmerkung in Klammer dahinter &#8211; angeben, ob es sich um den Fotografen, den Sammler oder den Verantwortlichen f\u00fcr die Pflege handelt. Deswegen entschied ich mich, das Feld 2.1 strikt nur f\u00fcr den tats\u00e4chlichen Ersteller zu verwenden (Fotograf, Autor), und wenn n\u00f6tig heisst diese Person halt &#8220;unknown&#8221; und ist auch so in den Normdaten enthalten.<\/p>\n<p>Weitere Arbeit erwartete mich in der Anpassung der AtoM-Benutzeroberfl\u00e4che. Zum einen kreierte ich ein (hoffentlich) angenehmes Theme, welches haupts\u00e4chlich mit den Farben Schwarz, Weiss, Blau und Rot gestaltet ist. Als Who-Fan weiss man, dass Blau\/Weiss\/Rot oft im Zusammenhang mit The Who verwendet wird. Dies geht auf die Urspr\u00fcnge der Band und die Mod-Kultur zur\u00fcck, wo oft das &#8220;<a href=\"https:\/\/www.bensherman.co.uk\/the-last-word\/one\/the-story-behind-the-target\">Target<\/a>&#8221; als Erkennungsmerkmal verwendet wurde und in diesen Farben gestaltet war. Zum anderen passte ich ein paar Men\u00fc-Eintr\u00e4ge an. Unbenutzte Eintr\u00e4ge l\u00f6schte ich und bestehende benannte ich teilweise um. &#8220;Archival Descriptions&#8221;\/&#8221;Archivische Beschreibungen&#8221; heissen jetzt einfach &#8220;Fonds&#8221;\/&#8221;Best\u00e4nde&#8221;, und aus &#8220;Authority Records&#8221; wurden &#8220;Persons&#8221;. So weiss auch ein Branchenfremder, was gemeint ist.<br \/>\nIm Weiteren setzte ich Berechtigungsstufen: Besucher ohne Account k\u00f6nnen beispielsweise keine Objekte im Draft-Modus sehen, und auch die Bilder im Originalformat lassen sich je nach Bestand nicht \u00f6ffnen. Dies, weil wir verhindern m\u00f6chten, dass selbstgemachte Fotos von Alex ungehindert \u00fcberall und ohne Zitierung in Instagram-, Facebook oder Twitter-Feeds erscheinen, wie das leider jetzt schon der Fall ist, da es auf der alten Website noch keine solche Beschr\u00e4nkung gab und sich gewisse Leute keinen Deut um die verwendete Lizenz <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\">Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0)<\/a> scheren. Wir sind der Meinung, dass es nichts als anst\u00e4ndig ist, die Quelle zu erw\u00e4hnen &#8211; es ist so etwas wie eine Wertsch\u00e4tzung oder ein Dank f\u00fcr die von uns geleistete Arbeit.<br \/>\nZu guter Letzt galt es noch einen pr\u00e4gnanten, informativen Text f\u00fcr die Homepage sowie einen Text f\u00fcr die &#8220;About\/\u00dcber&#8221; Seite zu verfassen, jeweils in Englisch und Deutsch.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Die Website ist seit dem 19. Februar \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich, und wir sind gespannt, welche Reaktionen es gibt. Gem\u00e4ss Google-Analytics hat thewho.ch nur wenige Besucher. Klicks und Besucherzahlen sind jedoch nicht unser Ansporn. Diejenigen, die es interessiert, sollen Freude am Inhalt haben, und hoffentlich nun \u00fcber die geeigneten Hilfsmittel verf\u00fcgen, mit denen sie sinnvoll nach Themen filtern und suchen k\u00f6nnen. Und ich habe mit AtoM endlich eine angenehme, strukturierte Umgebung, welche mir als Administrator und Hobby-Archivar ganz viele (und bisher noch ungenutzte) M\u00f6glichkeiten bietet, auf internationalen Archivstandards basiert und \u00fcber eine Community verf\u00fcgt, bei der man auch bei Bedarf Hilfe bei technischen Angelegenheiten bekommt. Die Umstellung hat sich daher sehr gelohnt, nicht zuletzt wegen dem neuen Wissen, das ich mir dadurch aneignen konnte.<br \/>\nBevor ich nun neue Digitalisate hochlade, m\u00f6chte ich mich aber unbedingt der Vervollst\u00e4ndigung der bestehenden Metadaten widmen. Insbesondere bei &#8220;Form und Inhalt&#8221; g\u00e4be es bei vielen Fotos noch einiges zu erg\u00e4nzen&#8230;<\/p>\n<h2>Who Highlights<\/h2>\n<p>Mein Lieblings Who-Album?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=P3hv0cXJBTg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sell Out<\/a> &#8211; oder doch <a href=\"https:\/\/youtu.be\/nyN7WUKRicw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quadrophenia<\/a>?<\/p>\n<p>Lieblings Live-Song? Insbesondere diese hier:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/youtu.be\/RJv2-_--EY4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">A Quick One (While He&#8217;s Away)<\/a> &#8211; Dieser Clip vom Rolling Stones Rock&#8217;n&#8217;Roll Circus vereint alles was ich an The Who mag: musikalisches K\u00f6nnen, intelligentes Songwriting, Live-Energie und Drama.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/youtu.be\/vKTaUYNmTrU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dreaming From The Waist<\/a> &#8211; Mit hervorgehobener Basslinie von John Entwistle. Mindblowing.<\/p>\n<p>Lieblings Songs?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/youtu.be\/D6SGOefGm7Y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Trick of The Light<\/a>, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/bETMEfUs79Q\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Naked Eye<\/a>, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/BRCw9qmG12M\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Kids Are Alright,<\/a> <a href=\"https:\/\/youtu.be\/3xZzGtDW2p4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pinball Wizard<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das private Archiv eines docuteam-Mitarbeiters \u00fcber die Band &#8220;The Who&#8221; wurde digitalisiert und mit dem Archivinformationssystem AtoM auf thewho.ch publiziert. Wie es dazu kam und was die H\u00fcrden bei der Umsetzung waren, erz\u00e4hlt Roger Rutishauser in folgendem Blog-Beitrag. Who? 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